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Wenn die Lernenden die Baustelle übernehmen

Debrunner Acifer stärkt die Fachkräfte von morgen

Reckenschulhaus Thayngen Engagement Berufsnachwuchs
Angehende Berufsprofis realisieren Bauprojekte in Eigenregie. Die Debrunner Acifer AG engagiert sich als Platin-Partnerin des Programms.

Im Reckenschulhaus Thayngen SH wird umgebaut: Aus drei Klassenzimmern und zwei Gruppenräumen entsteht eine einzige grosse Lernlandschaft. Lernende setzen dieses Bauprojekt in Eigenregie um. Möglich machen das der Verein «Gemeinsam gegen den Fachkräftemangel» und Partner wie die Debrunner Acifer AG. Sie fördert mit ihrem Engagement den Berufsnachwuchs sowie dessen Ausbildungsqualität.

«Lernende bauen Zukunft» – unter diesem Namen lanciert der Verein «Gemeinsam gegen den Fachkräftemangel» verschiedene Bauprojekte, welche die Lernenden in Eigenregie umsetzen. Ziel des 2023 gegründeten Vereins ist es, aktiv etwas gegen den Fachkräftemangel im Baugewerbe zu unternehmen und die Ausbildungsqualität der Lernenden zu erhöhen. Entsprechend fördern die Bauprojekte die Selbstständigkeit der Lernenden, die sozialen sowie handwerklichen Kompetenzen, und sie vermitteln den angehenden Berufsprofis praxisnahe Erfahrungen. Mehr noch: Rund um Schulen und Vereinslokale angesiedelt, gewähren die gemeinnützigen Projekte allen Interessierten authentische Einblicke in verschiedene Bauberufe. Schülerinnen und Schüler haben so die Chance, die eigenen beruflichen Perspektiven zu erweitern. Jüngstes Projekt ist der Umbau des Reckenschulhauses in Thayngen SH. Es ist nach einem Pausenkiosk, einem Spielgeräteschopf und einer Sitzinsel für die Schaffhauser Kantonalbank bereits das vierte Projekt, das Lernende in Eigenregie durchführen.

Reckenschulhaus Thayngen Engagement Berufsnachwuchs
Anstelle der tragenden Wände sind neu 900 kg schwere Stahlträger für die Statik zuständig. Rund 20 Lernende verwirklichen den Umbau gemeinsam.

900 kg schwere Stahlträger für die Statik

Im Erdgeschoss des Reckenschulhauses werden mittels mehrerer Wanddurchbrüche drei Klassenzimmer sowie zwei Gruppenräume miteinander verbunden und zu einer grossen, offenen Lernlandschaft umgestaltet. Herzstücke des Umbaus sind die neuen Stahlkonstruktionen für die Statik: Dort, wo vorher die tragenden Wände waren, stützen künftig 900 kg schwere Stahlträger mit jeweils einer 600 kg schweren Querstrebe die Decke. Aus Sicherheitsgründen haben ausgebildete Fachkräfte die Montage der Träger ausgeführt. Die Lernenden sind aber am Ausrichten und an den Arbeiten rund um die Träger beteiligt gewesen. Ferner entstehen im Erdgeschoss zwei neue Gruppenräume. Rund 20 Lernende aus verschiedenen Gewerken sind insgesamt am Umbau beteiligt. Eine von ihnen ist Elena Fischer, Lernende Metallbaukonstrukteurin EFZ im vierten Lehrjahr bei der Pletscher Metallbau AG. Sie zeichnet für die Planung der massiven Stahlträger verantwortlich.

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Elena Fischer plante die Stahlträger. Sie schätzt die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Lernenden und neu gewonnene praktische Erkenntnisse.

Gewerkübergreifende Zusammenarbeit – ein wertvoller Erfahrungsaustausch

Für Elena Fischer ist dies bereits das dritte Projekt von «Lernende bauen Zukunft», bei dem sie mitwirkt. Das Spannende: Jedes Bauprojekt ist einzigartig und hält für die Lernende neue Erfahrungsschätze bereit, die für ihre berufliche Zukunft von grossem Wert sind. So war die angehende Metallbaukonstrukteurin bereits einmal Bauleiterin. «Ich lerne jedes Mal wieder Neues», freut sie sich. «Bisher habe ich zum Beispiel fast keine Erfahrungen im Stahlbau sammeln können. Dass ich die Stahlträger im Reckenschulhaus planen durfte, ist genial.» Besonders gefällt Elena Fischer die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Lernenden anderer Gewerke: «Es ist schön zu sehen, dass viele verschiedene Branchen bei ‹Lernende bauen Zukunft› involviert sind und dass immer mehr Auszubildende die Chance haben, an solchen Projekten teilzunehmen», sagt sie und betont: «Für uns ist das ein wertvoller Erfahrungsaustausch.»

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«Ich konnte mir beweisen, dass ich in der Lage bin, Erlerntes in Eigenregie umzusetzen.» Adrian Facchin, Lernender Metallbauer

Selbstvertrauen gestärkt dank «Lernende bauen Zukunft»

Von einem Erfahrungsaustausch profitieren nicht nur die Lernenden. Die Schülerinnen und Schüler im Reckenschulhaus erleben den Umbau von Anfang bis Ende mit und können den jungen Berufsprofis jederzeit Fragen stellen. «Ich freue mich, wenn sich die Oberstufenschüler für meine Arbeit und meinen Beruf interessieren», sagt Adrian Facchin, Lernender Metallbauer EFZ im vierten Lehrjahr bei der Pletscher Metallbau AG. «Im Gegenzug kann ich ihnen zeigen und erklären, was mein Handwerk beinhaltet.» Wie Elena Fischer ist auch Adrian Facchin zum dritten Mal an einem Projekt von «Lernende bauen Zukunft» beteiligt. Der angehende Metallbauer schätzt das Vertrauen, das man ihm entgegenbringt. «Dank ‹Lernende bauen Zukunft› besitze ich mehr Selbstvertrauen. Ich konnte mir beweisen, dass ich in der Lage bin, Erlerntes in Eigenregie umzusetzen – das motiviert.» Zum Highlight bei diesem Projekt meint Adrian Facchin: «Die massiven Stahlträger und dass es möglich war, sie in einem geschlossenen Raum zu montieren, ist eine neue Erkenntnis für mich. Nun weiss ich, Stahlbau ist auch im Inneren eines Gebäudes realisierbar.»

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Herausforderungen souverän gemeistert: Kaya Leu ist Lernende Zeichnerin EFZ Fachrichtung Architektur und Bauleiterin bei diesem Projekt.

Stärkere Stahlträger als geplant

Ursprünglich fielen die Stahlträger weniger massiv aus, wie Kaya Leu weiss. Sie ist Lernende Zeichnerin EFZ Fachrichtung Architektur im vierten Lehrjahr bei der Rellstab Huggler Partner AG und Bauleiterin im aktuellen Projekt. «Da jedoch im oberen Stockwerk später einmal ebenfalls statische Wände herausgebrochen werden sollen, um Klassenzimmer zusammenzuführen, braucht es solche starken Träger im Erdgeschoss», erklärt die angehende Zeichnerin.

«Unter Druck Lösungen finden und Entscheidungen treffen»

Mit grösseren und schwereren Stahlträgern wuchs allerdings die Herausforderung bei der Planung. Fragen wie «Wie bzw. mit welchem Hebemittel bringt man die überdimensionalen und sperrigen Träger überhaupt in das Schulhaus?» oder «Was bedeutet das Gewicht für die Belastbarkeit des Bodens?» musste die Lernende vorab gemeinsam mit Elena Fischer klären.

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Vor Ort zu sehen, wie ihre Pläne umgesetzt werden, ist für Kaya Leu (rechts) ein wertvoller Lernfaktor.

900 kg Stahl plus entsprechendes Hebemittel bedingten beispielsweise, dass die Decke im Untergeschoss zuerst verstärkt werden musste. Erst dann durfte man die Träger in das Schulhaus und über den Boden befördern. Kaya Leu: «Leider war der Kran, den wir benötigten, bei unserem Lieferanten nicht verfügbar. Daher mussten wir eine Alternativlösung suchen.» Die Lernende Zeichnerin Architektur sieht solche Komplikationen und kurzfristigen Planungsänderungen jedoch positiv: «In der Zeit als hiesige Bauleiterin habe ich gelernt, unter Druck Lösungen zu finden und Entscheidungen zu treffen. So habe ich neues Selbstbewusstsein gewonnen.»

Ein grosser Lernfaktor für die berufliche Zukunft

Kaya Leu ist regelmässig auf der Baustelle. Das hat einen guten Grund: «Vor Ort sehe ich, wie das, was ich gezeichnet habe, ausgeführt wird – und ich erkenne, wo es allenfalls Probleme gibt. Für mich ist das ein grosser Lernfaktor, von dem ich in Zukunft profitieren werde.» Gleichzeitig schätzt sie, dass sie sich mit den anderen Lernenden austauschen und mit ihnen gemeinsam eine Lösung finden kann.

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Startklar für die Zukunft: Dank dem Engagement von Debrunner Acifer erfahren die Lernenden eine hochwertige Ausbildung mit Eigenverantwortung und Praxis.

Debrunner Acifer ist Platin-Partner

Bauleiterin zu sein, ist für Kaya Leu eine gänzlich neue Erfahrung – und es ist für sie eine einzigartige Gelegenheit, ihre Berufsperspektiven zu erkunden. Sie sagt: «Dass ich als Lernende die Bauleiterin sein darf, ist nicht selbstverständlich. Dafür ist nach der Lehre eine zusätzliche Weiterbildung respektive die höhere Fachprüfung notwendig.» Dank des Vereins «Gemeinsam gegen den Fachkräftemangel» und engagierten Partnern wie Debrunner Acifer, die das Bauprojekt an der Schule Thayngen unterstützen, hat die Lernende Zeichnerin jedoch bereits in ihre mögliche berufliche Zukunft als Bauleiterin schnuppern können. Debrunner Acifers Engagement ermöglicht Lernenden wie Elena Fischer, Adrian Facchin, Kaya Leu, Nick Steinemann und Fabio Ochsner eine hochwertige Ausbildung mit viel Eigenverantwortung und Praxiserfahrung. Für diese Chance sind die jungen Berufsleute dankbar.

Vielseitiges Engagement für den Berufsnachwuchs

Nebst den Bauprojekten von «Lernende bauen Zukunft» des Vereins «Gemeinsam gegen den Fachkräftemangel» unterstützt und würdigt Debrunner Acifer regelmässig junge Berufstalente – so zum Beispiel im Rahmen von Schweizer Berufsmeisterschaften. Darüber hinaus tritt das Unternehmen als Hauptsponsor der von suissetec lancierten Lernplattform «Top in Spengler» auf. Die Debrunner Acifer AG fördert somit den Schweizer Berufsnachwuchs aktiv und setzt mit ihrem umfassenden Engagement positive Zeichen im Kampf gegen den Fachkräftemangel.

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Katja Cano

«Unser Verein ‹Gemeinsam gegen den Fachkräftemangel› wirkt mit Projekten wie ‹Lernende bauen Zukunft› dem Fachkräftemangel entgegen und steigert die Ausbildungsqualität der Lernenden.»

Katja Cano, Organisation/Kommunikation, Verein «Gemeinsam gegen den Fachkräftemangel»


INTERVIEW
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«Solche Projekte sind eine coole Sache.» Fabio Ochsner, Lernender Sanitärinstallateur EFZ, Bollinger AG

«Eine lehrreiche und wertvolle Ergänzung zur Grundausbildung»

Fabio Ochsner, Lernender Sanitärinstallateur EFZ, Bollinger AG

Wie haben Sie von «Lernende bauen Zukunft» bzw. dem Projekt «Schule Thayngen» erfahren?

Es ist nicht die erste «Lernenden-Baustelle» für mich. Ich habe schon beim Spielgeräteschopf für die Schule Beringen mitgeholfen. Dort bin ich für einen anderen Lernenden eingesprungen. Für die Schule Thayngen hat man mich im Lehrbetrieb angefragt, und da ich gute Erfahrungen gemacht habe in Beringen, war die Zusage für mich klar. Solche Projekte sind eine coole Sache.

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Nick Steinemann (Bild) und Fabio Ochsner sind für die Lüftungsinstallationen zuständig.

Was daran ist «cool»?

Normalerweise sagt mir der Monteur, was für Aufgaben ich habe bei einem Projekt. Natürlich richte ich beispielsweise mein Arbeitsmaterial selber, aber ich muss nicht alles komplett selber überlegen wie bei den «Lernenden-Baustellen».

Was beinhaltet «alles»?

Nicht nur das richtige Arbeitsmaterial zu richten, ist wichtig. Ich muss vorgängig die Arbeiten planen und mir überlegen, wie ich überhaupt auf die Baustelle komme. Wie transportiere ich das Material? Wie organisiere ich mich, damit ich nicht fünfmal auf die Baustelle fahren muss? «Mitdenken» ist das Stichwort. Mir gefällt es, in dieser Hinsicht gefordert zu werden. So konnte ich Erfahrungen sammeln, quasi als bauleitender Monteur – obwohl ich faktisch «nur» Lernender im dritten Lehrjahr bin.

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Arbeitsmaterial richten, Arbeiten planen, Transport organisieren, Arbeiten ausführen … Die Lernenden schätzen die ihnen übertragene Verantwortung.

Welche Arbeiten haben Sie in der Schule Thayngen ausgeführt?

Während dreier Tage habe ich mich zusammen mit meinem Mitlernenden Nick Steinemann um die Lüftungsinstallationen gekümmert. Wir waren sowohl im ersten Untergeschoss als auch im Erdgeschoss an der Arbeit.

Welchen Herausforderungen standen Sie gegenüber?

Im Keller musste eine neue tragende Wand errichtet werden, die das Gewicht der neuen Stahlstützen im Erdgeschoss aufnehmen kann. Diese Wand verlief mitten durch die bisherige Lüftungsleitung. Es bedurfte daher einer neuen Leitungsführung. Auch die Demontage der Heizkörper forderte mich als Sanitärinstallateur. Ich musste den Heizungs-Servicemonteur um Rat fragen und mich selber schlau machen.

Was hat Ihnen besonders gefallen?

Zum einen natürlich die Selbstständigkeit und die damit einhergehende Verantwortung. Zum anderen habe ich erlebt, was für Arbeiten andere Berufe verrichten. So haben mein Arbeitskollege aus dem Lehrbetrieb und ich geholfen, die Stahlträger zu verkleiden. Dort fehlte kurzfristig ein Mitarbeiter.

Würden Sie anderen Lernenden die Teilnahme an einem solchen Projekt empfehlen?

Auf jeden Fall! Es ist eine lehrreiche und wertvolle Ergänzung zur Grundausbildung.